Monthly Archives: Oktober 2019

Veranstaltungsänderung am 25.10. und geplanter Nachholtermin

Kurzer Bericht zur geplanten Veranstaltung am Fr. 25.10. „medizinische Unterstützung in Rojava und Nordsyrien“, die mit geändertem Titel „Darstellung von Kurd_Innen in deutschen Medien“ stattfand. Und Planung für einen Nachholtermin des Vortrages mit Dr. Michael Wilk.

Wie kurzfristig angekündigt, reiste unser geplanter Referent Dr. Michael Wilk in der Woche des geplanten Vortrages nach Rojava zur medizinischen Hilfe. Hierzu empfehlen wir euch sehr seinem Facebook account zu folgen, wo er aktuelle Berichte und Bilder vor Ort veröffentlicht. Ein Nachholtermin mit Dr. Michael Wilk ist geplant. Ein Termin dazu besteht noch nicht, wird aber hier bekanntgegeben. Die Facebook-Veranstaltung bleibt dazu aktiv. Die Daten werden dort dann veröffentlicht. Desweiteren wird auf unserer Seite ein Nachholtermin bekannt gegeben.

In Absprache mit dem linken, kurdischen Journalisten Osman Oğuz veranstalteten wir kurzfristig stattdessen einen interessanten kritischen Vortrag zur „Darstellung von Kurd_Innen in deutschen Medien“, nachdem die humanitäre Katastrophe und die medizinischen Bedürfnisse der Region Rojava und Nordsyrien durch die Militärinvasion der Türkei geschildert wurde.

Rund 60 Teilnehmer_Innen des Vortrages folgten Osman Oğuzs kritischen Schilderungen und Reflexionen kurdischer Darstellungen in deutschen Medien, die immer noch einem kolonialistischer Darstellung entspricht, die auf die Darstellung der Kurd_Innen bei Karl Mays Geschichten zurückgeht.

Die mediale Darstellung erfolgte dabei in 5 Phasen: der Ignorierung, der Darstellung als Täter, die Darstellung als Opfer, wieder die Darstellung als Täter und letztlich die Darstellung als Held_Innen.

Hierdurch wurden Kurd_Innen als alles mögliche dargestellt, nur nicht als Teil der deutschen Gesellschaft, obwohl sie mit über einer Million Menschen die zweitgrößte Einwanderungsgruppe umfasst und Kurd_Innen auf über 50 Jahre Leben in der deutschen Gesellschaft zurückblicken können und sich gesellschaftlich bereits seit über 40 Jahren in eigenen Vereinen organisieren.

In der Darstellung der Kurd_Innen werden dabei von den Medien spezielle Einzelpersonen ausgewählt, die politisch konform zur deutschen Politik stehen und als Vertreter_Innen der Kurden präsentiert werden, obwohl sie möglicherweise bloß Vertreter_Innen kleinerer politischen Strömungen innerhalb der kurdischen Gesellschaft sind und nicht aus den größeren politischen Strömungen stammen, die zum Beispiel in Wahlen in der Türkei zu Vertreter_Innen gewählt wurden oder aus den Verbänden mit den meisten kurdischen Vereinen der Diaspora in Deutschland stammen.

Osman Oğuz appellierte dabei an die Zuhörer_Innen Kurd_Innen nicht als eine homogene Masse zu betrachten, sondern mit ihren unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Strömungen zu verstehen. Zum anderen auch den Umgang mit der kurdischen Bevölkerung als kolonialistisch zu begreifen und Kurd_Innen für sich selbst sprechen zu lassen, anstatt über Kurd_Innen zu sprechen oder mit selektierten Vertreter_Innen, die die Kurd_Innen repräsentieren sollen, ohne dabei die Entscheidung der Kurd_Innen selbst anzuerkennen.

Facebook-Seite von Dr. Michael Wilk: https://www.facebook.com/michael.wilk.127

Veranstaltungs-Seite zum Vortrag „Medizinische Unterstützung in Rojava und Nordsyrien“: https://www.facebook.com/events/387939628785406/

Leipziger Hip Hop Initiative „Beatz4Rojava“ spendet an Medico für Rojava

Am 27.09.2019 veranstaltete die leipziger Initiative „Beatz 4 Rojava“ verschiedener Hip Hop Crews ein Soli-Konzert für Rojava mit 7 acts im Bandhaus Leipzig. Die Einnahmen gingen dabei an die medizinische Hilfsorganisation „Medico International“, die in Kooperation mit Partner_Innen vor Ort des „Kurdischen Roten Halbmond“ („Heyva Sor a kurd“) medizinische Projektarbeit umsetzt. Auf diese Weise wollte die Initiative „Beatz 4 Rojava“ die Zivilgesellschaft vor Ort und alle ihre Errungenschaften wie den basisdemokratischen Aufbau, die Frauenbefreiung und den Frieden vor Ort unterstützen.

Acts des Abends:
L-Sura
Tims Line
Naixn
N.I.K.O. & Einteiler
Schimpansenrudel (Doktor Dorax, DerNoie & Co.)
KKoma, Stockinger & DJSense (Kabuffclikk)

Dabei war noch gar nicht klar, dass am 09.10. diesen Jahres, nicht einmal 2 Wochen nach dem Konzert, die Türkei mit ihrer rassistischen und nationalistischen Agenda einen Militärangriff zur Zerschlagung der Demokratie in Rojava und Nordsyrien starten wird. Diesem Angriff sind bisher mehrere hundert Zivilist_Innen zum Opfer gefallen, während 200.000 Menschen fliehen mussten, darunter 70.000 Kinder. Daneben wurden Teile der Infrastruktur wie Wasserleitungen, ein Krankenhaus, Straßen, Schulen, etc. zerstört.

Das „Beatz 4 Rojava“-Team beschreibt auf unsere Anfrage ihre Motivation:

“In unseren Augen bieten Rojava und die Errungenschaften die mit der Selbstverwaltung einhergehen, neue Perspektiven des Friedens, der Emanzipation und Demokratie für diese Region. Nun sind diese wieder einmal mehr in Gefahr. Wir als „Beatz 4 Rojava“ Kollektiv haben daher ein Soli Konzert auf die Beine gestellt dessen Einnahmen an die Hilfsorganisation Medico International gehen, welche unter anderem die Menschen in Rojava mit medizinischen Hilfsgütern versorgt.“

Das Konzert war dabei ein voller Erfolg:

„Mit dem Verlauf des Konzerts waren wir sehr zufrieden. Neben einem neu zusammengewachsenem Netzwerk aus Künstler_Innen konnten wir zudem einen Betrag von 450€ erzielen. So war nicht nur die Stimmung, sondern auch der Abend mehr als gut!“

Wir danken an dieser Stelle allen Beteiligten, den Künstler_Innen, den Veranstalter_Innen und dem Bandhaus!

Veranstaltungsaufruf: https://www.bandcommunity-leipzig.org/veranstaltungen/beatz-4-rojava.html

Infos zur Arbeit von Medico in Rojava: https://www.medico.de/rojava/

Fr. 25.10., Vortrag: Medizinische Versorgung und Unterstützung in Rojava und Nordsyrien

Unser Referent Dr. Michael Wilk der Veranstaltung am 25.10. „Medizinische Unterstützung in Rojava und Nordsyrien“ ist kurzfristig zur medizinischen Unterstützung vor Ort nach Rojava und Nordsyrien gereist.
Die Veranstaltung findet mit einem anderen Referenten dennoch statt!
Folgt der Facebook-Seite von Dr. Michael Wilk, der vor Ort berichtet.

siehe: https://www.facebook.com/michael.wilk.127/posts/2619726251441138

 

Fr. 25.10. 19:00, Vortrag: Medizinische Versorgung und Unterstützung in Rojava und Nordsyrien // Uni Campus, HS 4

Der Wiesbadener Notarzt und Psychotherapeut Dr. Michael Wilk berichtet über seine Erfahrung mit der Gesundheitsversorgung in Rojava/Demokratische Föderation Nord/Ostsyrien. Er war seit 2014 vielfach in dem Gebiet und unterstützt dort den Kurdischen Roten Halbmond.

Der Bürgerkrieg, die Angriffspolitik der Türkei und das Embargo gegen die Selbstverwaltung durch angrenzende Staaten und Regime lassen die medizinische Versorgung in dem nordsyrischen Gebiet zu einer fast unlösbaren Aufgabe werden. Trotz schwierigster Bedingungen zeigen sich jedoch erste Erfolge einer basisdemokratischen Reorganisierung des Gesundheitswesens.

Dr. Wilk berichtet von den Schwierigkeiten des Wiederaufbaus eines Gesundheitssystems unter Kriegsbedingungen, aber auch von positiven Erfahrungen mit hochmotivierten Menschen, die alles daran setzen, ihre Region wieder lebenswert zu gestalten.

Do. 17.10., Vortrag: Umweltzerstörung und Widerstand gegen einen türkischen Staudamm-Bau in Kurdistan

Do. 17.10. 19:00, Vortrag: Widerstand gegen einen türkischen Staudamm-Bau in Kurdistan // Uni Campus, HS 12

Der Bauingenieur Ercan Ayboga berichtet von der Initiative des „Mesopotamia Water Forums“, von der ein Hauptaugenmerk der Staudammbau der türkischen Regierung am Tigris ist. Nach den Staudamm-Projekten am größten Strom Vorderasiens, dem Euphrat ab 1990 wird nun seit 2019 versucht den zweiten wichtigen Fluss Vorderasiens, den Tigris durch die Türkei zu nutzen.

Hierzu werden die seit mind. 8.000 Jahren dauerhaft besiedelte Stadt Hasankeyf überflutet und rund 70.000 Menschen zwangsweise evakuiert.

Während die türkische Regierung sich Investitionen aus dem Ausland verspricht hat das Projekt immense Folgen für die Ökologie und die Wirtschaft der Menschen nicht nur in der Türkei, sondern auch in Syrien und dem Irak.